Ulrich Schödlbauer: Rede vom Müll (1)
Endlos sich dehnende Ebene, Hochplateau, weißgrau gesprenkelt, von hellbraunen Spuren zerfurcht, der Wind wirbelt Kartons und Plastiktüten über die Fläche, ein Brummen durchwühlt die Luft, im Mittelgrund sieht man die nicht abreißende Transporterkolonne, die den kegelförmigen Halden am Horizont zustrebt. Mehr im Vordergrund, zwischen unvermutet aufschie­ßenden Geysiren und schwarzschillernden Tümpeln, bewegt sich die graue Kette der Frauen. Manche schieben Kinderwagen, angefüllt mit Gerümpel, einige tragen Hucken und andere geflochtene Körbe mit sich, die sie im Niederbücken abstellen und wieder an sich nehmen, wenn sie sich aufrichten, mit jener körperlichen Grazie, die ihnen die in den Fond eines vorbeirumpeln­den Taxis geschmiegte Touristin, ganz in Weiß gehüllt, das Haar unter einem Kopftuch verborgen, kaum nachzusehen vermag.